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Sinne


Ein Garten für die Sinne

Über die Sinne nehmen wir uns und unsere Umwelt wahr. Wir fühlen uns. Je besser wir uns fühlen, umso lebendiger, froher und gesünder sind wir. Sinnesgärten tragen auf natürliche Weise dazu bei, dass wir uns besser wahrnehmen können und uns lebendiger fühlen können.

Die Augen sehen
Die Ohren hören
Die Nase riecht
Die Zunge schmeckt
Die Haut tastet

Um die Welt mit unseren Sinnen gut wahrnehmen zu können, sollte im Garten eine ruhige und friedliche Atmosphäre vorherrschen. Die Farben, die Pflanzen und die Materialien sind unter diesem Aspekt auszuwählen. Die Pflanzung mit Heilkräutern und Blütenpflanzen, vielerlei Düfte, die heilsame Ausstrahlung der Naturmaterialien, ruhige Wasserspiele, Singvögel und Schmetterlinge lassen den Garten so zu einem Ort werden, der alle Sinne berührt.

Ein Aufenthalt im Sinnesgarten ist wohltuend für den Körper, für den Geist und für die Seele.

Ganz natürlich werden alle Sinne angesprochen. Einfache Übungen helfen uns, die Sinne bewusst zu stärken.

Augen

Durch die Gestaltung des Sinnesgartens, den Blick des Besuchers, so durch den Garten zu leiten, dass eine natürliche Abwechslung zwischen nahem und fernem Sehen stattfindet, ist eine Möglichkeit, den Garten als Instrument zur Augenentspannung zu nutzten. Die Frische Luft, das Farbenspiel der Blüten, der Blätter und Naturmaterialien tragen ein weiteres zur Gesunderhaltung der Augen bei. Die Schönheit des Gartens, besonders die der Blumen, laden zum Betrachten und damit zum bewussten Sehen ein. Durch die Betrachtung einer Blüte in allen Einzelheiten werden Körper, Geist und Seele entspannt. Die Augen sehen Schönheit, die Seele wird berührt und der Geist kommt zur Ruhe.

Übung - Augenentspannung
  • Nehmen Sie sich Zeit
  • Betrachten Sie eine Blume genau, Blumen sind vollkommen und jede Blume ist einzigartig
  • Lassen Sie den Blick in die Ferne schweifen, betrachten Sie die Gesamtkomposition, das Zusammenspiel der Farben und Blumen im Garten
  • Wiederholen Sie dies während ihres Spazierganges durch den Sinnesgarten mehrmals
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Die Nase

Die Düfte aus der Natur spielen eine wichtige Rolle im Sinnesgarten. In erster Linie denken wir an die Duft- und Aromapflanzen, an ätherische Öle und Essenzen, die uns die Pflanzen liefern, aber auch Gerüche von frischer Erde, von Baumrinde und von frischer Luft zählen zum Dufterleben.

Übung - Dufterleben
  • Wandern Sie durch den Sinnesgarten und finden Sie Ihre persönlichen Wohlfühldüfte.
  • Schließen Sie beim Riechen die Augen, so erleben Sie den Duft intensiver.
  • Welcher Duft ist für Sie angenehm?
  • Wirkt der Duft erfrischend, beruhigend, oder stärkend?


Das Ohr

Im Sinnesgarten schulen wir unsere Wahrnehmung, indem wir unser Gehör auf die leisen und heilsamen Töne der Natur einstimmen.

Übung - Hörschulung
  • Suchen Sie sich einen bequemen Platz im Sinnesgarten
  • schließen Sie die Augen und lauschen Sie bewusst den Klängen der Natur
  • dem Gesang der Vögel
  • dem Zirpen der Grillen
  • dem Rauschen der Blätter
  • dem Plätschern des Wassers
  • dem Geräusch des Windes
Vogelgesang

Die Zunge

Die Wahrnehmungsfähigkeit für süß, sauer, bitter und salzig und besonders ein feines, natürliches Geschmacksempfinden kann im Sinnesgarten gestärkt und neu erlebt werden. So dienen uns die Kräuter, unsere mild wirkenden heimischen Heilpflanzen, die essbaren Blüten, auch Obstbäume und Sträucher zur Schulung des Geschmackssinnes. Deshalb ist es schön, wenn ein Teil des Sinnesgartens mit Pflanzen bepflanzt wird, die auch geerntet und gekostet werden dürfen. Hier ist Achtsamkeit geboten, da nicht alle Menschen in ihren Pflanzenkenntnissen sicher sind. Mit Erläuterungen zu den Pflanzen geben sie den Besuchern den Mut zum Kosten. Von Fachleuten geführte Spaziergänge durch den essbaren Teil des Sinnesgartens, sind auch eine schöne Möglichkeit, zum Beispiel Gäste von Kurhotels und Menschen die an gesunder Ernährung interessiert sind, in eine Geschmacksreise durch die Natur einzuladen.

Übung – Geschmacksschulung
  • Kosten Sie den unverfälschten Geschmack der frisch geernteten Kräuter, der Wildpflanzen, der essbaren Blüten und frisch geernteten Obstsorten.
  • Achten Sie bewusst auf die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen die die Natur Ihnen bietet.


Die Haut

Die Haut ist der Ort unseres Tastsinnes. Mit Hilfe des Tastsinnes erspüren wir die Elemente: Feuer (Hitze und Wärme), Wasser, Erde, und Luft. So dienen Fußbewegungspfade, Wassertretstellen oder das kalte Armbad nach Kneipp im Sinnesgarten auch der Stärkung unseres Tasterlebens. Aber auch das Ertasten von Baumrinden oder Blütenblättern ist eine schöne Sinnesschulung.

Übung – Tastsinn
  • Nehmen Sie sich Zeit
  • Tasten Sie sich mit ihren Händen durch den Sinnesgarten
  • Ertasten Sie, wie sich Baumrinden anfühlen
  • Tasten Sie, wie sich die verschiedensten Blüten und Blätter anfühlen
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Durch seine schöne Ausstrahlung und durch seine friedliche Atmosphäre wird der Sinnesgarten auch zu einem Ort der Andacht, an dem wir unsere Gedanken ordnen und unseren Geist zu Ruhe kommen lassen können. Ein Sinnesgarten kann so als wirkungsvolles Instrument genutzt werden um Heilungsprozesse zu unterstützen. Der Garten kann gleichermaßen zur Unterstützung körperlicher und psychischer Heilungsprozesse dienen.

Barbara Heinze Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin
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